Ausschreitungen: Wir suchen Lösungen!

Ein schwarzes Bild. Kein Fehler. Ein Symbol: In Sozialen Medien wird ein Film von Ausschreitungen am Rastatter Bahnhof verschickt, in Foren gestellt und eifrig kommentiert.

Keine Frage: Die Aufnahmen sind realistisch und zeigen Gewaltexzesse. Vermutlich eine Schlägerei zwischen jungen Männern, verdächtigt werden Afghanen und Türken, so die Polizei. Keine Frage ist auch, dass wir vom Verein sowie die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe Gewalt scharf verurteilen und nicht entschuldigen. Aber uns reicht der Ruf nach mehr Polizei, harten Strafen und Abschiebungen nicht aus. Keine Frage? Doch ganz viele!

Wir Ehrenamtlichen sind natürlich alarmiert. Aber das sind wir nicht erst seit den Vorkommnissen vom Wochenende! Warum sich die Lage so entwickeln konnte? Wir sind in vielen Gesprächen: mit Stadt, Integrationsbeauftragten des Landkreises, aber vor allem auch mit Geflüchteten und sozialen sowie kirchlichen Organisationen. Wir ersuchen auch um ein Gespräch mit der Polizei. Allerdings sind diese Gespräche für uns nicht neu. Wir haben gerade die Verantwortlichen in der Stadt und im Landkreis immer wieder auf Fehlentwicklungen hingewiesen. Wie diese aussehen, und was wir tun können, damit die Situation nicht weiter eskaliert, tragen wir derzeit zusammen. Von uns gibt es keinen Schnellschuss. Aber es ist auch keine Frage: Unsere Arbeit mit Geflüchteten und auch in den zentralen Heimen geht weiter. Ansprechpartner sein, Hilfe vermitteln, Unterricht geben und gemeinsam friedliche Freizeitaktivitäten ausführen. Klar erreichen wir nicht jeden!

Natürlich müssen Medien schnell über die aktuelle Lage berichten. Aber bitte differenziert und in den Kommentaren nicht vorverurteilend. Das tun unsere beiden Regionalzeitungen, Badisches Tagblatt und Badische Neueste Nachrichten, auch nicht. Die Redakteure sind verantwortungsbewusst. Das kann man jedoch nicht von jedem User in den Sozialen Medien sagen. Der amateurhaft gefilmte Clip zeigt in verwackelten Bildern, wie 20 bis 30 Männer sich verfolgen und aufeinander schlagen. Im Hintergrund ist Geschrei und ein Schussgeräusch zu hören. Sehr beängstigend. Bilder verstärken die Emotionalität. Das kriegen wir erstmal nicht eingefangen. Alarmierend sind nicht nur die Schlägereien (mit langer Vorgeschichte und vielen Kapiteln), sondern das sind auch die verkürzten Posts und hetzenden Anklagen.

Wir suchen vom Verein Junge Flüchtlinge Rastatt nach dem WARUM und schauen, WAS wir WIE ändern können, im Grunde verändern müssen! Natürlich wird es immer schwerer, Ehrenamtliche zu finden. Für den großen Teil der friedlich hier lebenden Geflüchteten, die Hilfe zur Integration benötigen. Aber auch für die Asylbeantragenden, die hier oft ohne Perspektiven und ohne Beschäftigung mehr hausen als leben. Falls Sie sich auch für ein friedliches Rastatt einsetzen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir zeigen Ihnen, was wie möglich ist. Keine Sorge, Sie werden nicht ins kalte Wasser geworfen!